Veranstaltung „Interkulturelle Öffnung – ganzheitlich denken, nachhaltig verankern“

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4. April 2019

Veranstaltung „Interkulturelle Öffnung – ganzheitlich denken, nachhaltig verankern“

Am 04. April 2019 fand im Ministerium die jährliche Veranstaltung für die Partner der Initiative „Erfolgsfaktor Interkulturelle Öffnung – NRW stärkt Vielfalt!“ statt. Unter dem Motto „Interkulturelle Öffnung – ganzheitlich denken, nachhaltig verankern“ trafen sich Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, Verbänden und Unternehmen zu einem Austausch. Sie folgten damit der Einladung von Integrationsstaatssekretärin Serap Güler, die Schirmherrin der Initiative ist.

 

NRW ist das Bundesland mit den höchsten Zuwanderungszahlen. Mehr als 28% der Menschen haben eine Einwanderungsgeschichte. Deren Potenziale wertzuschätzen und ihnen die gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, ist die wichtigste Aufgabe für eine gelingende Integration.

Die Partner der Initiative haben sich den damit verbundenen Herausforderungen gestellt und mit ihrer Unterschrift ein Zeichen für gemeinsames Handeln gesetzt. Das Partnernetzwerk ist bundesweit einmalig. Mittlerweile haben sich 29 Behörden, Verbände und Unternehmen mit mehr als 80.000 Beschäftigten angeschlossen. Dazu gehören z.B. die Städtekooperation „Integration.Interkommunal“ mit neun Ruhrgebietsstädten, die Bezirksregierungen Arnsberg, Detmold, Düsseldorf und Münster, der WDR, die Rheinbahn, die IHK NRW, der Landessportbund oder der Landschaftsverband Rheinland.  

In ihrer Eröffnungsrede begrüßte Staatssekretärin Güler zunächst die beiden jüngsten Partner der Initiative – den Rhein-Sieg-Kreis und den Landesverband der Musikschulen. Sie bedankte sich für das Engagement aller Partner, was dazu beigetragen hat, dass NRW im Prozess der interkulturellen Öffnung auf einem guten Weg sei, den, so Güler, das Land auch konsequent weitergehen werde, denn Integration und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Einwanderungsgeschichte hingen maßgeblich von der Interkulturellen Öffnung von Organisationen ab. Sie betonte: „Interkulturelle Öffnung darf kein Nischendasein fristen, sondern muss aktiv vorangebracht und nachhaltig in allen Organisationen verankert werden.“ Allerdings sei die interkulturelle Öffnung in der Regel kein Selbstläufer. Vielmehr müssten die Organisationen, die sich dem Thema widmen, klare Ziele und konkrete Maßnahmen definieren und Vereinbarungen zur Gestaltung des Prozesses treffen und diese auch nachhalten.  

In seinem Impulsvortrag ging Johannes Groß von der IMAP GmbH der Frage nach „Wie kann Interkulturelle Öffnung wirkungsvoll in Organisationen implementiert werden“. Im Mittelpunkt standen seiner Ausführungen standen folgende drei Thesen:

These 1: Organisationen, die IKÖ anstoßen, müssen vor dem Wie die Frage nach dem Warum klären.

These 2: Wirkungsorientierte IKÖ muss ein Wandel nicht nur von Strukturen und Prozessen, sondern insbesondere von Kultur und Haltung erzeugen.

These 3: IKÖ darf nicht im Personalbereich geparkt, sondern muss als Change-Projekt von Führung, Organisation und Personal koordiniert, geplant und umgesetzt werden.

Seine Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche interkulturelle Öffnung lauten:

  • Langfristigen Entwicklungsprozess mit einzelnen Change-Paketen anlegen
  • Strategische Ziele diskutieren und formulieren
  • Strukturen festlegen
  • Bestehende Maßnahmen analysieren
  • Führungskräfte aktivieren und involvieren
  • Pilotprojekte anstoßen
  • Transparenz über den Prozess und die Ergebnisse schaffen
  • Personalauswahl und –entwicklung weiterdenken
  • Arbeitgeber-Marke weiterentwickeln
  • Vernetzung und Kommunikationskanäle mit der (diversen) Zielgruppe ausbauen

In drei parallel stattfindenden Workshops tauschten sich zum einen Führungs-kräfte und zum anderen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich mit dem interkulturellen Öffnungsprozess in ihren Organisationen beschäftigten zu folgenden Fragestellungen aus: "ie kann die Interkulturelle Öffnung aktiv vorangebracht werden? Wie kann sie im Sinn einer Querschnittsaufgabe nachhaltig verankert werden? Wie können alle Ebenen aktiv in den Prozess eingebunden werden? Was sind Gelingensfaktoren, was Hemmnisse, was erfolgversprechende Maßnahmen?



Herr Prof. Dr. El-Mafaalani, Leiter der Abteilung 4 im MKFFI, Frau Prof. Dr. Farrokhzad von der TH Köln und Herr Groß von der IMAP GmbH standen den Teilnehmenden dabei als sogenannte „Sparringspartner“ zur Verfügung. Ihre Aufgabe war es, das Gehörte vor der eigenen Expertise fachlich einzuordnen, zu kommentieren, zu ergänzen und mit eigenen Erfahrungen anzureichern. Ein Format, das von den Anwesenden sehr positiv aufgenommen wurde.

Bei einem gemeinsamen Mittagsimbiss wurde weiter rege über das Thema diskutiert, aber auch die Gelegenheit zum Netzwerken und zum Austausch genutzt.

Im abschließenden Plenum wurden die Perspektiven von Führungskräften und Mitarbeitenden zusammengeführt, Impulse und Empfehlungen für die weitere Arbeit in den Organisationen herausgearbeitet und die Frage erörtert, wie das Partnernetzwerk dabei unterstützen kann. Mit dem Versprechen von Herrn Prof. Dr. El-Mafaalani, dazu mit den Partnern weiter im Austausch bleiben zu wollen, endete die Veranstaltung. Moderiert wurde die Veranstaltung bzw. die Workshops von Wolfang Kleemann vom ISS aus Frankfurt a.M. und Jenny Büchy und Sarah Stuberg, beide von der IFOK GmbH Berlin.

 

 

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