Kommunales Konfliktmanagement

Kommunen bei der wachsenden Herausforderung einer gelingenden Integration zu unterstützen, das war das Ziel des Pilotprojektes „Kommunales Konfliktmanagement fördern. Teilhabe und Integration konstruktiv gestalten“ (KoKo), das von 2017 bis 2020 durchgeführt wurde.

Gefördert von der Stiftung Mercator und begleitet vom Integrationsministerium wurden Mitarbeitende in 16 beteiligten Kommunen dazu qualifiziert, ein Konfliktmanagementsystem zu entwickeln und zu etablieren, das zu ihren Gegebenheiten vor Ort passt. Die beteiligten Kommunen sollten im Hinblick auf ihr Integrationsmanagement umfassend konfliktfähig gemacht werden, indem nachhaltige Strukturen zur Konfliktregelung aufgebaut werden. 
Die Idee, ein kommunales Konfliktmanagement aufzubauen war und ist getragen von der Erkenntnis, dass Integration nicht nur viel Motivation und Tatkraft von allen Beteiligten braucht, sondern auch die Kompetenz und Struktur erfordert, mit Konfliktlagen umzugehen. Konflikte sind grundsätzlich Ausdruck einer lebendigen Demokratie. Sie bringen unser gesellschaftliches Zusammenleben aber an Grenzen, wenn sie zu Spaltung führen.

Das Folgeprojekt KoKo II baut auf den Erfahrungen des ersten Projektdurchlaufs auf und läuft bis Ende 2024 in Trägerschaft des Instituts SO.CON – Social Concepts – der Hochschule Niederrhein. Es wird gemeinsam von der Stiftung Mercator und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Etliche der mit Integration verbundenen Herausforderungen liegen nicht in der Verantwortung der Kommunen. Sie machen sich jedoch in der Kommune bemerkbar, in den Lebensrealitäten der lokalen Bevölkerung ebenso wie im kommunalen Verwaltungshandeln. Konfliktpotential besteht im alltäglichen Zusammenleben der Bevölkerung vor Ort wie auch bei der Zusammenarbeit innerhalb der Kommunalverwaltung.

Im Fokus von KoKo II stehen Ausbildungs- und Qualifizierungsinhalte, die die Früherkennung von Konflikten befördern und die Konfliktfähigkeit und -Festigkeit sowie die Krisentauglichkeit einer Kommune erhöhen. Seit April 2022 befindet sich das Projekt in der aktiven Umsetzungsphase. Neun Kommunen machen sich in den kommenden 2,5 Jahren auf den Weg, vor Ort ein solches System zu implementieren, das die jeweiligen Ausgangslagen berücksichtigt und auch in unvorhergesehenen Krisen und Konflikten flexibel agieren kann.

Daneben werden Vernetzungs- und Informationsveranstaltungen auch für Kommunen angeboten, die nicht direkt an den Qualifizierungen teilnehmen und die kooperative Zusammenarbeit mit bundesweit tätigen Trägern der Kommunalen Konfliktberatung wird erweitert.