Prävention sexualisierter Gewalt

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Gespeichert von Natalie Münks am 22. Dezember 2020 - 14:43

Prävention sexualisierter Gewalt

Kinder und Jugendliche in ihrem sozialen Umfeld und in Einrichtungen effektiv vor sexualisierter Gewalt schützen

Mit bis zu 6 Millionen Euro, die das Land NRW insgesamt in den Jahren 2021 und 2022 für die Fördermaßnahmen einsetzt, sollen die Prävention und Nachsorge sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche nachhaltig gestärkt werden. So können aus den Mitteln unter anderem Fortbildungen, Fachtage und Workshops für Fachkräfte, aber auch Informations- und Sensibilisierungsangebote und die Entwicklung neuer Materialien gefördert werden.

 

Adressaten dieser Fördermaßnahmen sind die landeszentralen Träger der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit, der Deutsche Kinderschutzbund, Landesverband NRW e. V., die Landesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege NRW mit den Bereichen Kindertagesbetreuung und Offener Ganztag im Primarbereich. Des Weiteren richtet sich die Förderung an Einrichtungen in freier und kommunaler Trägerschaft, die nach den Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Familienberatungsstellen landesgefördert werden sowie Erziehungsberatungsstellen, die berechtigt sind, Landesmittel für die Kooperation mit Familienzentren zu beantragen.

Die unter den Ortsnamen „Lügde“, „Bergisch-Gladbach“ und „Münster“ bekannt geworden Fälle sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche haben schonungslos offenbart, dass die gesamtgesellschaftlichen Anstrengungen zur Bekämpfung und Prävention sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche verstärkt werden müssen. Die Landesregierung hat daher im vergangenen Jahr in einem ressortübergreifenden Arbeitsprozess ein Handlungs- und Maßnahmenkonzept erarbeitet, in dem die verschiedenen Zuständigkeitsbereiche des Landes in den Blick genommen und geplante Schritte und Maßnahmen zur Verbesserung von Prävention, Intervention und Nachsorge dargestellt sind.

Der Sensibilisierung und Qualifizierung von Fachkräften in Angeboten und Einrichtungen, in denen sich Kinder und Jugendliche aufhalten oder an denen sie teilnehmen - aber auch der Information und Aufklärung.
 

Handlungs- und Maßnahmenkonzept der Landesregierung

Im Dezember 2020 hat die NRW-Landesregierung ihr Handlungs- und Maßnahmenkonzept (HMK) für den Bereich „Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche – Prävention, Intervention, Hilfen“ beschlossen. Entlang von sieben Handlungszielen beinhaltet es insgesamt 59 Maßnahmen, die von den Ressorts der Landesregierung schon in die Umsetzung gebracht wurden oder sich in Planung befinden. Es soll fortlaufend umgesetzt und weiterentwickelt werden. Damit bekennt sich die Landesregierung auch langfristig zu ihrem Einsatz für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt.
 
Das Handlungs- und Maßnahmenkonzept baut auf dem „Impulspapier über Maßnahmen zur Prävention, zum Schutz vor und Hilfe bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ auf. Nach den Vorkommnissen in Lügde-Elbrinxen ist dieses Impulspapier in einem Arbeitsprozess mit vielen Fachleuten erarbeitet und von Kinder- und Familienminister Dr. Joachim Stamp im Sommer 2019 zur Diskussion vorgelegt worden.
 

Fördermaßnahmen und Landesfachstelle „Prävention sexualisierte Gewalt“

Auf der Grundlage des Impulspapiers hat das MKFFI die Initiative ergriffen und bereits unterschiedliche Maßnahmen auf den Weg gebracht. Im Jahr 2020 wurden Fördermaßnahmen zur Unterstützung von Prävention und Nachsorge sexualisierter Gewalt begonnen. Sie unterstützen die vorhandenen Fachberatungsangebote dabei, digitale Formate zu entwickeln. Daneben werden – über die landesweiten Organisationen der Kinder- und Jugendarbeit, der Kindertageseinrichtungen und der Angebote des Offenen Ganztags (OGS) – Träger der Kinder- und Jugendhilfe dabei unterstützt, die notwendige Sensibilität für die Gefahren sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zu verbessern.
 
Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS) NRW e.V. wurde darüber hinaus im Sommer 2020 die Landesfachstelle „Prävention sexualisierte Gewalt“ (PSG) in Köln eingerichtet. Damit hat das Land NRW als erstes Bundesland eine landesweite Fachstelle zu dieser wichtigen Thematik eingerichtet. Die Landesfachstelle fungiert als allgemeine Anlaufstelle für Fachkräfte und Personal und verbreitet Angebote für die Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und deren Eltern. Gemeinsam mit Trägern und Einrichtungen im Feld soll sie fachliche Empfehlungen für die praktische Arbeit im Kinderschutz entwickeln, die Umsetzung von Schutzkonzepten beraten und durch Qualifizierungs- und Fortbildungsangebote unterstützen.
 
Die Landesfachstelle initiiert und koordiniert, informiert, berät und vernetzt und stärkt dadurch bestehende Strukturen in der Präventions- und Interventionslandschaft. Das Ziel lautet, die Prävention sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche landesweit und flächendeckend fachlich weiterzuentwickeln. Dabei hat die Landesfachstelle besonders die freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe als Zielgruppe im Blick.
 

Einrichtung von fünf Regionalstellen der Landesfachstelle „Prävention sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ in den fünf Regierungsbezirken von NRW

Zielsetzung der Landesfachstelle in Trägerschaft der AJS NRW e.V. ist es, bestehende Strukturen in der Präventions- und Interventionslandschaft zu stärken, Kooperationen herzustellen sowie vorhandenes Wissen zu bündeln und in die Breite NRWs zu tragen. Zur flächendeckenden Qualitätsentwicklung und Vernetzung soll pro Regierungsbezirk eine Regionalstelle als Unterstützungsstruktur der Landesfachstelle Prävention sexualisierter Gewalt eingerichtet werden. Die Regionalstellen werden im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahren umgesetzt. Geeignete Träger können einen Antrag zur Interessenbekundung einreichen. Antragsberechtigt sind anerkannte freie Träger nach § 75 der Kinder- und Jugendhilfe in NRW, die eine umfassende Expertise im Bereich Prävention sexualisierter Gewalt besitzen und diese im Rahmen der Antragstellung nachweisen können. Weiterhin verfügen sie zwingend über Erfahrungen im Umgang mit Vermutungen/Intervention. Es kann sich hierbei auch um Beratungsstellen (Familien– und/oder Erziehungsberatung) nach §§ 16, 28 SGB VIII handeln. Es müssen verschiedene Kriterien erfüllt sein, die den Fördergrundsätzen und den FAQ entnommen werden können. Voraussetzung für die Antragstellung ist die Teilnahme am Interessenbekundungsverfahren des MKFFI in der Zeit vom 9. August bis zum 17. September 2021. Ihre Rückfragen können Sie an regionalstellen@mkffi.nrw.de richten.
 

Fachberatungsangebote bei den Landesjugendämtern Rheinland und Westfalen-Lippe

Verzahnt mit dieser Maßnahme haben das MKFFI und die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe vereinbart, die Fachberatungsangebote für die öffentlichen Träger der örtlichen Jugendhilfe, also die 186 Jugendämter in NRW, auszubauen. Im Bereich der Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt fördert das Land bei den beiden Landesjugendämtern seit dem Jahr 2020 und zunächst bis Mitte 2024 zusätzliche Stellen für Fachberatung.
 

Ausbau spezialisierter Beratung bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

Ein zentraler Baustein zur Prävention sexualisierter Gewalt im Rahmen der Umsetzung des Handlungs- und Maßnahmenkonzepts ist es, die spezialisierte Beratung in Nordrhein-Westfalen flächendeckend auszubauen sowie qualitativ zu verbessern. Allein hierfür wird das Land die zunächst beschlossenen Mittel i.H.v. 3,6 Mio. Euro mehr als verdoppeln und perspektivisch 8,7 Millionen Euro bereitstellen, vorbehaltlich der Genehmigung durch den Landtag NRW im Herbst 2021.
Die spezialisierte Beratung leistet umfassende Hilfestellung bei der Präventionsarbeit, indem sie zum Beispiel über Täterstrategien aufklärt und Kinder und Jugendliche in ihrem Selbstbewusstsein stärkt. Daneben berät sie Betroffene in konkreten Fällen und unterstützt auch bei der Krisenintervention. Das Ausbauverfahren ist somit eine wichtige Säule für einen verbesserten Kinderschutz.
Der Ausbau erfolgt unter Berücksichtigung der vorhandenen Beratungsstruktur in NRW auf der Grundlage der „Grundsätze der Förderung der spezialisierten Beratung bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“. In einem vorgeschalteten Verfahren hat das Familienministerium durch eine Abfrage bei den kommunalen und freien Trägern der Jugendhilfe den Bedarf an weiterer finanzieller Unterstützung für Personalstellen ermittelt. Allen gemeldeten Bedarfen dieser Träger soll beginnend noch in 2021 entsprochen werden, um eine flächendeckende Versorgung in Nordrhein-Westfalen zu ermöglichen.
 

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