Prävention sexualisierter Gewalt

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Gespeichert von Natalie Münks am 22. Dezember 2020 - 14:43

Prävention sexualisierter Gewalt

Kinder und Jugendliche in ihrem sozialen Umfeld und in Einrichtungen effektiv vor sexualisierter Gewalt schützen

Der möglichst umfassende Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Verwahrlosung, Misshandlung und Gewaltanwendung ist ein wesentliches Ziel staatlichen Handelns in Nordrhein-Westfalen. Dies gilt insbesondere auch für den Schutz vor sexuellem Missbrauch bzw. sexualisierter Gewalt.

 

Nordrhein-Westfalen verfügt im Bereich des Kinderschutzes und bei der Prävention sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche bereits auf ganz unterschiedlichen Ebenen über wirksame Strukturen und Angebote.
 
Diese Strukturen und Angebote auf kommunaler, regionaler oder Landesebene sowie in Einrichtungen und Institutionen müssen aber auch kontinuierlich weiterentwickelt werden. Dies haben die Fälle der jahrelangen, fortgesetzten schweren sexualisierten Gewalt an Kindern und Jugendlichen deutlich gemacht, die in jüngerer Vergangenheit in NRW aufgedeckt worden sind.
 
Dazu bedarf es vielfältiger Maßnahmen wie beispielsweise rechtlicher Initiativen, der Weiterentwicklung oder des Aufbaus von Strukturen und Mechanismen (z.B. Schutzkonzepte in Einrichtungen) oder auch konkreter Präventionsangebote (z.B. Sensibilisierungsangebote für Kinder und Jugendliche oder Fortbildungsangebote für Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe oder weitere Berufsgruppen).
 

Handlungs- und Maßnahmenkonzept der Landesregierung

Im Dezember 2020 hat die NRW-Landesregierung ihr Handlungs- und Maßnahmenkonzept (HMK) für den Bereich „Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche – Prävention, Intervention, Hilfen“ beschlossen. Entlang von sieben Handlungszielen beinhaltet es insgesamt 59 Maßnahmen, die von den Ressorts der Landesregierung schon in die Umsetzung gebracht wurden oder sich in Planung befinden. Es soll fortlaufend umgesetzt und weiterentwickelt werden. Damit bekennt sich die Landesregierung auch langfristig zu ihrem Einsatz für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt.
 
Das Handlungs- und Maßnahmenkonzept baut auf dem „Impulspapier über Maßnahmen zur Prävention, zum Schutz vor und Hilfe bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ auf. Nach den Vorkommnissen in Lügde-Elbrinxen ist dieses Impulspapier in einem Arbeitsprozess mit vielen Fachleuten erarbeitet und von Kinder- und Familienminister Dr. Joachim Stamp im Sommer 2019 zur Diskussion vorgelegt worden.
 

Fördermaßnahmen und Landesfachstelle „Prävention sexualisierte Gewalt“

Auf der Grundlage des Impulspapiers hat das MKFFI die Initiative ergriffen und bereits unterschiedliche Maßnahmen auf den Weg gebracht. Im Jahr 2020 wurden Fördermaßnahmen zur Unterstützung von Prävention und Nachsorge sexualisierter Gewalt begonnen. Sie unterstützen die vorhandenen Fachberatungsangebote dabei, digitale Formate zu entwickeln. Daneben werden – über die landesweiten Organisationen der Kinder- und Jugendarbeit, der Kindertageseinrichtungen und der Angebote des Offenen Ganztags (OGS) – Träger der Kinder- und Jugendhilfe dabei unterstützt, die notwendige Sensibilität für die Gefahren sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zu verbessern.
 
Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS) NRW e.V. wurde darüber hinaus im Sommer 2020 die Landesfachstelle „Prävention sexualisierte Gewalt“ (PSG) in Köln eingerichtet. Damit hat das Land NRW als erstes Bundesland eine landesweite Fachstelle zu dieser wichtigen Thematik eingerichtet. Die Landesfachstelle fungiert als allgemeine Anlaufstelle für Fachkräfte und Personal und verbreitet Angebote für die Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und deren Eltern. Gemeinsam mit Trägern und Einrichtungen im Feld soll sie fachliche Empfehlungen für die praktische Arbeit im Kinderschutz entwickeln, die Umsetzung von Schutzkonzepten beraten und durch Qualifizierungs- und Fortbildungsangebote unterstützen.
 
Die Landesfachstelle initiiert und koordiniert, informiert, berät und vernetzt und stärkt dadurch bestehende Strukturen in der Präventions- und Interventionslandschaft. Das Ziel lautet, die Prävention sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche landesweit und flächendeckend fachlich weiterzuentwickeln. Dabei hat die Landesfachstelle besonders die freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe als Zielgruppe im Blick.
 

Fachberatungsangebote bei den Landesjugendämtern Rheinland und Westfalen-Lippe

Verzahnt mit dieser Maßnahme haben das MKFFI und die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe vereinbart, die Fachberatungsangebote für die öffentlichen Träger der örtlichen Jugendhilfe, also die 186 Jugendämter in NRW, auszubauen. Im Bereich der Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt fördert das Land bei den beiden Landesjugendämtern seit dem Jahr 2020 und zunächst bis Mitte 2024 zusätzliche Stellen für Fachberatung.

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