Kinderwunschbehandlung

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Gespeichert von Sabrina Bersheim am 1. Juli 2019 - 19:42
1. Juli 2019

Kinderwunschbehandlung

Finanzielle Entlastung für Paare bei den Behandlungskosten

Nordrhein-Westfalen ist ein besonders familienfreundliches Land. Eine gute und moderne Familienpolitik bedeutet für das Familienministerium NRW auch Paare mit unerfülltem Kinderwunsch zu unterstützen. Paare sollen bei den Behandlungskosten finanziell entlastet werden.

 

Wer, Was und Wie wird gefördert?

Welche Art der Behandlung wird gefördert?

Gefördert werden Behandlungen nach Art der In-Vitro-Fertilisation (IVF) und Intrazy-toplasmatischer Spermieninjektion (ICSI) im ersten bis vierten Behandlungszyklus.

Erläuterung:

Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) - lateinisch für „Befruchtung im Glas“ -  werden zunächst Eizellen aus den Eierstöcken der Frau entnommen. Außerhalb des Körpers werden sie dann in einer Glasschale mit zuvor gewonnenen Samenzellen zusammengebracht. War die Befruchtung erfolgreich, wird eine, manchmal auch zwei oder drei der befruchteten Eizellen zwei Tage später in die Gebärmutter der Frau eingebracht.

Die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) wird angewendet, wenn Zustand und Beschaffenheit der Spermien für eine Befruchtung nicht ausreichen. Bei der ICSI wird eine Samenzelle direkt in die zuvor aus dem Eierstock entnommene Eizelle injiziert. Die befruchtete Eizelle wird anschließend wieder in die Gebärmutter eingebracht.
 

Was übernimmt die Krankenkasse?
Gesetzliche Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt in der Regel 50% der Behandlungskosten für die ersten drei Versuche. Es ist bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen, wie hoch der Anteil der Kostenübernahme ausfällt.

Private Krankenversicherung

Die Bestimmungen der privaten Krankenkassen sind sehr unterschiedlich. Es ist bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen, wie hoch der Anteil der Kostenübernahme ausfällt.
 

Wer erhält eine Förderung?
Die Förderung erhalten antragstellende Paare, sofern:
 
  • das Paar seinen Hauptwohnsitz in Nordrhein-Westfalen hat,
  • das Paar sich einer IVF- oder ICSI Behandlung unterzieht,
  • das Paar die Voraussetzungen des § 27a SGB V erfüllt:

                                - die Unfruchtbarkeit muss ärztlich festgestellt worden sein,
                                - die Erfolgsaussicht der Kinderwunschbehandlung muss attestiert sein,
                                - es dürfen ausschließlich die Ei- und Samenzellen des Ehepartners bzw.
                                  der Ehepartnerin verwendet werden,
                                - vor Behandlung muss eine medizinische oder psychosoziale Beratung stattgefunden haben und
                                - als Frau müssen Sie zwischen 25 und 40 Jahren alt sein, als Mann zwischen 25 und 50 Jahren.

  • bei unverheirateten heterosexuellen Paaren eine auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft besteht. Diese lässt keine weiteren Lebensgemeinschaften zu und zeichnet sich durch eine innere Bindung   aus. Sie ist dann anzunehmen, wenn nach Einschätzung der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes die unverheiratete Frau mit dem unverheirateten Mann in einer festgefügten Partnerschaft zusammenlebt (vgl. Bundesförderrichtlinie).
  • die Behandlung in einer Reproduktionseinrichtung erfolgt, die in Nordrhein-Westfalen liegt.
Wie hoch ist die Förderung?

Für Ehepaare:
Die Zuwendung beträgt bis zu 50 % (Bundes- und Landesanteil) des den Ehepaaren nach Abrechnung mit der (gesetzlichen oder privaten) Krankenversicherung sowie ggf. der Beihilfestelle/Heilfürsorge oder weiterer Leistungsträger verbleibenden Eigenanteils.

Für unverheiratete Paare:
Die Zuwendung beträgt für den ersten bis dritten Behandlungszyklus bis zu 25 % (Bundes- und Landesanteil), für den vierten Behandlungszyklus 50% (Bundes- und Landesanteil) des verbleibenden Eigenanteils.
 
In jedem Fall beträgt die gemeinsame Förderung jedoch höchstens:

Für den ersten bis dritten Behandlungszyklus:

a) IVF-Behandlung jeweils bis zu 800,- € des Eigenanteils und bei
b) ICSI-Behandlung jeweils bis zu 900,- € des Eigenanteils,
 

Für den vierten Behandlungszyklus:

a) IVF-Behandlung bis zu 1.600,- € des Eigenanteils und bei
b) ICSI-Behandlung bis zu 1.800,- € des Eigenanteils.
 

Der Eigenanteil ist der Anteil an den Behandlungskosten, der nach Abrechnung mit der gesetzlichen, privaten Krankenversicherung sowie ggf. der Beihilfestelle oder weiterer Leistungsträger verbleibt.
 

Zusätzliche Pauschale NRW:

Darüber hinaus wird in NRW für unverheiratete Paare, die keine Krankenkassenleistungen erhalten, für den ersten bis dritten Behandlungszyklus eine zusätzliche Pauschale gewährt.

Die Pauschale beträgt 30% von den o.g. Höchstförderbeträgen (240,- € bei IVF-Behandlungen und 270,- € bei ICSI-Behandlungen).

 

Wo kann die Förderung beantragt werden?

Der Antrag auf Förderung kann ab dem 30. August 2019 hier heruntergeladen werden. Die zuständige Bewilligungsbehörde ist die Bezirksregierung Münster.

Wie kann die Förderung beantragt werden?

Die Förderung kann ab dem 30. August 2019 ausschließlich mit einem hierfür vorgegebenen Antragsformular beantragt werden. Das Antragsformular steht hier ab dem 30. August 2019 zur Verfügung.

Welche Schritte dürfen vor der Beantragung eingeleitet werden?
  • Ärztliche Beratung (vor Durchführung der Maßnahme) über die Behandlung, insbesondere über die medizinischen und psychosozialen Aspekte durch eine Ärztin oder einen Arzt, die/der die Behandlung nicht selbst durchführt
  • Einholung der ärztlichen Erklärung zur Notwendigkeit der Durchführung der Maßnahme und der Erfolgsaussichten der Behandlung
  • Der Behandlungsplan inklusive der Kostenaufstellung der reproduktionsmedizinischen Einrichtung darf eingeholt werden
  • Einholung der Kostenübernahmeerklärung durch die jeweilige Krankenversicherung oder weiterer Leistungsträger

Achtung:

Es darf noch kein Behandlungsvertrag unterschrieben werden.
 

Was darf vor Antragstellung noch nicht erfolgen?

Vor Antragstellung darf der Behandlungsvertrag (im Sinne der Richtlinie, der  Maßnahmebeginn) zwischen der reproduktionsmedizinischen Einrichtung und den antragstellenden Personen noch nicht unterschrieben oder die die Patientenerklärung noch nicht abgegeben werden. Ein Behandlungsvertrag oder die Patientenerklärung (Maßnahmebeginn) darf frühestens nach Erhalt des Zuwendungsbescheides unterschrieben bzw. abgegeben werden.

Welcher zeitliche Ablauf ist zu beachten?
Bitte beachten Sie, dass die Maßnahme nur dann zuwendungsfähig ist, wenn mit der Behandlung des jeweiligen förderfähigen Behandlungszyklus noch nicht begonnen worden ist. Maßnahmebeginn ist der Abschluss des Behandlungsvertrages oder die Abgabe einer Patientenerklärung zwischen der Ärztin oder dem Arzt und der Patientin oder dem Patienten für den jeweiligen Behandlungszyklus. Erst wenn den antragstellenden Personen der Zuwendungsbescheid über die Gewährung der Zuwendung zugestellt wurde, kann mit der Behandlung (Unterzeichnung Behandlungsvertrag oder Abgabe der Patientenerklärung) begonnen werden.
 
  1. Ärztliche Beratung (vor Durchführung der Maßnahme) über die Behandlung, insbesondere über die medizinischen und psychosozialen Aspekte durch eine Ärztin oder einen Arzt, die/der die Behandlung nicht selbst durchführt
  2. Einholung der ärztlichen Erklärung zur Notwendigkeit der Durchführung der Maßnahme und der Erfolgsaussichten der Behandlung
  3. Erstellung eines Behandlungsplans inklusiver Kostenaufstellung durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt bzw. Erstellung eines Kostenplanes der Behandlung (bei Privatversicherten und bei Unverheirateten) der Kinderwunscheinrichtung
  4. Einholen der Kostenübernahmeerklärung durch die jeweilige Krankenversicherung oder weiterer Leistungsträger
  5. Antrag auf Bewilligung des Zuschusses per Online-Antrag bei der Bezirksregierung Münster
  6. Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung Münster abwarten
  7. Erst wenn ein positiver Bescheid (Zuwendungsbescheid) über die Gewährung der Zuwendung zugegangen ist, darf mit der Ärztlichen Behandlung begonnen werden.
  8. Der Behandlungsbeginn (Behandlungsvertrag/Patientenerklärung) hat 4 Wochen nach Erhalt des Zuwendungsbescheides zu erfolgen.
  9. Rezepte dürfen erst dann eingelöst werden, nachdem der Zuwendungsbescheid zugestellt ist.
  10. Die Behandlung muss innerhalb von 6 Monaten nach Erhalt des Zuwendungsbescheides abgeschlossen sein.
  11. Die Rechnungen der Behandlungen sind ggf. bei der Krankenkasse bzw. weiteren Leistungsträgern einzureichen. Hierüber erhalten Sie ggf. eine Kostenübernahmebescheinigung bzw. eine Ablehnung der Übernahme der Kosten.
  12. Der Antrag auf Auszahlung inklusive der Belege muss innerhalb von zwei Wochen nach Vorlage der Kostenübernahmebescheinigung(en) oder Negativbescheid(e) und spätestens zwei Wochen vor Ende des Bewilligungszeitraumes gestellt werden. (Bewilligungszeitraum: 12 Monate nach Erhalt des Zuwendungsbescheides. Das genaue Datum entnehmen Sie bitte dem Zuwendungsbescheid.)
  13. Die (Original-)Belege der Rechnung der medizinischen Reproduktionsreinrichtung, Apotheke, gegebenenfalls des Labors, der Anästhesie etc. sind dem Antrag auf Auszahlung beizufügen. Privat Krankenversicherte legen im Original den Nachweis über die von der Privaten Krankenversicherung gewährte Erstattung vor. Beihilfeberechtigte legen darüber hinaus im Original den Nachweis über die gewährte Erstattung vor.
  14. Die Auszahlung erfolgt spätestens mit Ende des Bewilligungszeitraumes.
Welche Unterlagen sind erforderlich?

Gesetzlich versicherte Ehepaare

  • Die Erklärung der Ärztin bzw. des Arztes zur Notwendigkeit der Durchführung der Maßnahme (nur erforderlich bei einem zusätzlichen Versuch ohne Kostenbeteiligung der Krankenkasse).

  • Der durch die Krankenkasse bestätigte Behandlungsplan in Kopie mit den voraussichtlich entstehenden Behandlungskosten einschließlich der im Zusammenhang damit verordneten Arzneimittel.

  • Gegebenenfalls ein Negativbescheid der Krankenkasse.

  • Eine Kostenübernahmeerklärung gegebenenfalls weiterer Leistungsträger die die Höhe der Erstattung ausweist.

Privat versicherte Ehepaare

  • Die Erklärung der Ärztin bzw. des Arztes zur Notwendigkeit der Durchführung der Maßnahme.

  • Die Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse.

  • Die Kostenübernahmeerklärung der Beihilfe / Heilfürsorge und/oder weiterer Leistungsträger die die Höhe der Erstattung ausweist.

  • Gegebenenfalls ein Negativbescheid der Krankenkasse.

  • Gegebenenfalls ein Negativbescheid der Beihilfe, Heilfürsorge und/oder weiterer Leistungsträger.

  • Eine Kostenaufstellung der geplanten Behandlung.

     

Unverheiratete Paare

  • Die Erklärung der Ärztin bzw. des Arztes zur Notwendigkeit der Durchführung der Maßnahme.
  • Eine Kostenaufstellung der geplanten Behandlung.
  • Eine Kostenübernahmeerklärung, die die Höhe der Erstattung aufweist,  aller für das Paar in Frage kommender Leistungsträger.
  • Eine Negativbescheinigung aller für das Paar in Frage kommender Leistungsträger.
  • Bei unverheirateten Paaren ist nach Einschätzung der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes festzustellen, dass das Paar in einer auf Dauer angelegten nichtehelichen Lebensgemeinschaft zusammenlebt. Diese Feststellung hat formlos zu erfolgen und ist bei der reproduktionsmedizinischen Einrichtung zu hinterlegen.

Hier können Sie den Antrag online stellen.
 
Für Fragen steht Ihnen die Bezirksregierung Münster www.brms.nrw.de als  zuständige Bewilligungsbehörde unter der Tel.-Nr.: 0251/411-2287 zur Verfügung. Sofern Sie einen Antrag handschriftlich ausfüllen möchten, ist dieser bei der Bezirksregierung Münster unter der o.g. Tel.-Nr. zu bestellen.
 

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