LSBTIQ* und Flucht: Schutz und Beitrag zu einer gelingenden Integration

Bild des Benutzers Sabrina Bersheim
Gespeichert von Sabrina Bersheim am 22. August 2017 - 9:04

LSBTIQ* und Flucht: Schutz und Beitrag zu einer gelingenden Integration

LSBTIQ* Geflüchtete, die in ihrem Heimatland Ausgrenzung, Gewalt oder gar Folter ausgesetzt waren, gelten für das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration nach der EU-Aufnahmerichtlinie als eine besonders schutzbedürftige Personengruppe.

 

Damit LSBTIQ* Geflüchtete in Nordrhein-Westfalen vor erneuter Homo-, Trans*feindlichkeit,  gesellschaftlicher Ausgrenzung und Isolation geschützt werden, sind folgende Maßnahmen initiiert worden:

Werte und Rechte von LSBTIQ* in Deutschland

Im Gewaltschutzkonzept für Flüchtlingsunterkünfte des Landes (LGSK) ist die besondere Schutzbedürftigkeit der LSBTIQ* Personengruppe durchgängig implementiert.

Auf einem vom Land geförderten Fachtag zum Thema „LSBTIQ* Geflüchtete und Gewaltprävention“ der Rosa Strippe in Bochum wurden insbesondere Mitarbeitende aus Beratungs- und Flüchtlingseinrichtungen für die Belange dieser schutzbedürftigen Personengruppe sensibilisiert.

Informationen von A bis Z: Infopool LSBTIQ*

Sensibilisiert werden für die vulnerable Situation von LSBTIQ* Geflüchteten sollen zudem die allgemeinen Strukturen der Flüchtlingshilfe durch ein Projekt beim Flüchtlingsrat NRW e.V.:  Das Internetportal des Flüchtlingsrates NRW e.V. – www.frnrw.de –  informiert unter Informationen von A bis Z rund um die Belange  von LSBTIQ* Geflüchteten.

Schulungen für Beschäftigte in Unterkünften

Landesweite Schulungen von Beschäftigten in Flüchtlingsunterkünften und Behörden koordiniert die Rosa Strippe in Bochum. Auch die Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben, Schwule und Trans* in NRW hält Schulungsangebote vor. Die Fachstelle im Rubicon unterstützt und begleitet übrigens auch LSBTIQ* Geflüchtete, die Opfer von Gewalt werden.

Empowerment vor Ort in den Regionen

Im Rahmen eines Projektes beim Queeren Netzwerk NRW e.V fördert die nordrhein-westfälische Landesregierung die Maßnahme „Projektfonds Empowerment LSBTIQ* of Color“. Im Kontext dieser Maßnahme werden Projekte initiiert und unterstützt, die die lokale Selbstorganisation, die Stärkung der Sichtbarkeit und Teilhabe von LSBTIQ* of Color/ mit Migrationsgeschichte oder Fluchterfahrung fördern und die Etablierung lokaler Gruppenarbeit von und für LSBTIQ* unterstützen.

Beratungsstellen für LSBTIQ*

Beraten und in Krisensituationen in vertrauten Räumen unterstützt werden queere Geflüchtete auch in den sechs landesgeförderten psychosozialen Beratungsstellen für LSBTIQ* und ihre Angehörigen in NRW. Einige Beratungsstellen halten spezielle Treffs für LSBTIQ* Geflüchtete vor, wie zum Beispiel die Beratungsstelle Rosa Strippe in Bochum mit „SENLIMA“.

SENLIMA: Eine Wanderausstellung

Die (Wander)Ausstellung „SENLIMA – Ein Leben über Grenzen hinweg“ der Rosa Strippe in Bochum porträtiert Geschichten von LSBTIQ* Geflüchteten in Nordrhein-Westfalen.

Integrationsagentur im Rubicon

Darüber hinaus fördert das Land im rubicon e.V. in Köln, eine Integrationsagentur speziell für die Belange von LSBTIQ* mit Migrationshintergrund. Wichtige Arbeitsbereiche sind die Antidiskriminierungs- und Vernetzungsarbeit.

Die landesgeförderte Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit beim Rubicon e. V. in Köln, ist eine Beratungsstelle für von Diskriminierung betroffenen LSBTIQ*-Menschen mit Rassismuserfahrung. Zusätzlich gibt es drei weitere derartige Beratungsstellen: im Kreis Steinfurt, in Schleiden und in Dortmund. Zusammen bilden sie einen Kompetenzverbund LSBTIQ* innerhalb der Beratungsstruktur der insgesamt 42 Service- und Beratungsstellen für Antidiskriminierungsarbeit in NRW.

Landesfachstelle #MehrAlsQueer

Für mehr Sichtbarkeit und gegen Diskriminierung von LSBTIQ* mit Einwanderungsgeschichte und Fluchterfahrung: Mit der Landesfachstelle #MehrAlsQueer unterstützt das Land fachliche Beratung, Weiterbildung und Vernetzung zum Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Kontext von Rassismuserfahrungen und Einwanderung in NRW. Das Angebot der Fachstelle richtet sich insbesondere an die LSBTIQ* Selbsthilfe, migrantische Selbstorganisationen, Integrationsagenturen und Einrichtungen der Sozialen Arbeit. Mehr Infos finden Sie hier.    
 

Pressemitteilungen

zum Thema

Weitere Informationen

zum Thema