Ruhr-Konferenz diskutiert innovative Ansätze der Talentförderung im Ruhrgebiet

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Gespeichert von Sabrina Bersheim am 16. April 2019 - 16:52
9. April 2019

Ruhr-Konferenz diskutiert innovative Ansätze der Talentförderung im Ruhrgebiet

Sport ist ein wichtiger Motor für Integration – besonders im Ruhrgebiet, so das Fazit der Auftaktveranstaltung der Ruhr-Konferenz, zu der das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration am 8. April nach Dortmund eingeladen hatte.

 

Im Ruhrgebiet gelingt es mit zahlreichen innovativen Ansätzen, dass Menschen mit Einwanderungsgeschichte in der Gesellschaft ankommen. Gleichzeitig gibt es aber auch Herausforderungen, auf die Politik und Gesellschaft Antworten finden müssen. Integrationsminister Joachim Stamp diskutierte im Signal Iduna Park gemeinsam mit Suat Yilmaz, Leiter der Landesweiten Koordinierungsstelle der Kommunalen Integrationszentren Nordrhein-Westfalen (LaKI) und Gründer von Talentscouting NRW, sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Vereinen, Verbänden, Stiftungen und Kommunen darüber, wie Talente entdeckt und Projekte zur Talentförderung besser identifiziert und weiterentwickelt werden können.

Minister Stamp hob dabei die Einzigartigkeit und Diversität der Metropolregion Ruhr als besondere Stärke hervor. „Der direkte Austausch mit den Menschen ist entscheidend, um die Region weiter voranzubringen. In einem solchen Dialog können wir offen über Integrationserfolge, aber auch über die Herausforderungen sprechen. Das ist Kern unserer Ruhr-Konferenz.“ Für die Landesregierung sei die Ruhr-Konferenz wichtig, weil sie potentielle Handlungsfelder aufzeige. Deswegen zeigte sich der Minister erfreut, dass im Vorfeld Bürgerinnen und Bürger viele Ideen eingereicht hätten, wie sich das Ruhrgebiet weiterhin positiv entwickeln könne.

Suat Yilmaz, Leiter der LaKI und Co-Moderator des Themenforums „#Chancen #Vielfalt #Aufstieg“ argumentierte, dass nur eine potenzial-orientierte Sichtweise dazu führe, die Talente junger Menschen mit Migrationsgeschichte zu entdecken und zu fördern. Sebastian Buntkirchen von der Schalke hilft gGmbH und Prof. Dr. Ulf Gebken, Leiter des Instituts für Sport- und Bewegungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen, unterstrichen in diesem Zusammenhang den Integrationsgeist des Fußballs.

Im Gespräch mit den Teilnehmenden diskutierte Moderatorin Marija Bakker (WDR 5) über erfolgreiche Prozesse, die die Vermittlung demokratischer Werte und Normen im Fußball fördern. Daneben ging es darum, wie Fair Play, Teamgeist oder die Übernahme von Verantwortung auch außerhalb des Sports verinnerlicht werden können. Profitieren konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ruhr-Konferenz auch von der Expertise aus dem Leistungssport: Norbert Dickel, Ex-Profifußballer und BVB-Stadionsprecher sowie Edwin Boekamp, BVB-Nachwuchstrainer, gaben Einblicke in den Alltag von der Spielern und Trainern. Dabei erklärten sie, wie es dem Sport immer wieder gelingt, Menschen mit Migrationsgeschichte aktiv in die Gesellschaft einzubinden. Tuğba Tekkal, ehemaliger Profi des FC Köln und Gründerin von Hawar Help & Scoring Girls, legte den Blick auf die emanzipatorische Rolle des Fußballs für junge Mädchen und Frauen mit Migrationsgeschichte, die dadurch neues Selbstbewusstsein bekommen könnten.

In drei interaktiven Dialogforen wurden innovative Ansätze der Talentförderung und Wertevermittlung im Fußball diskutiert: von der integrativen Sportfreizeitwoche über Straßenfußball bis hin zu Sportlotsenprojekten. Im ersten Forum erörterten verschiedene Praxisakteure die Frage, wie Talente von Menschen mit Einwanderungsgeschichte durch Partizipation im Sport gefördert werden können. Im zweiten Forum wurde anhand praktischer Übungen und Aktivitäten die Vermittlung demokratischer Werte und Normen im Sport vorgestellt. Das dritte Forum beschäftigte sich unter anderem mit der Rolle der Trainerinnen und Trainer in der Talentförderung. Ergänzt wurden die Projektbeispiele auch durch einen wissenschaftlichen Vortrag zum Thema Wertevermittlung von Prof. Dr. Margit Stein, Universität Vechta, die unter anderem über einen geteilten Wertekanon als Fundament unterschiedlicher Kulturen referierte. Neben den Vorträgen und Diskussionsrunden konnten sich die rund 200 Teilnehmenden daneben auf einem Markt der Möglichkeit über verschiedene Fußball-Integrationsprojekte in der Region informieren. 



 

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