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Minister Holthoff-Pförtner und Minister Stamp in Albanien: Gespräche zu Migration und zur europäischen Perspektive der Westbalkanstaaten

Minister Holthoff-Pförtner und Minister Stamp in Albanien

Landesregierung setzt sich für stärkere Kooperation zwischen Nordrhein-Westfalen und dem Balkanstaat ein

Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner und Integrations- und Flüchtlingsminister Joachim Stamp setzen auf einer gemeinsamen Reise nach Albanien den engen Dialog Nordrhein-Westfalens mit den Staaten Südosteuropas fort.
27.02.2020

Zentrale Themen der Reise sind Fragen zur Migration und zur europäischen Perspektive für die Westbalkanstaaten.

Minister Holthoff-Pförtner: „Wir müssen den Westbalkanstaaten eine europäische Perspektive geben. Nordrhein-Westfalen hat ein elementares Interesse an den Potentialen dieser Region. Albanien hat bereits tiefgreifende Reformen angestoßen, vor allem im Justiz-Bereich. Die Europäische Union muss die Beitrittsverhandlungen mit Albanien jetzt zeitnah beginnen und den Prozess der Justizreformen unterstützen.“

Minister Joachim Stamp: „Albanien ist für uns ein wichtiger Partner im Bereich der Migrationspolitik und insbesondere bei der Fachkräftegewinnung. Dabei geht es uns auch um zirkuläre Migration, bei der Fachkräfte zu uns kommen und nach einer Zeit auch mit zusätzlichen Wissen und Qualifizierung wieder in ihrem Heimatland tätig werden können. Wir wollen bei unserem Besuch darüber sprechen, wie wir gut ausgebildete Albanerinnen und Albaner für den Pflege- oder Erzieherbereich in unserem Land gewinnen können. Diesen Menschen wollen wir eine Perspektive bieten. Gleiches gilt für die berufliche Reintegration von in Deutschland abgelehnten Asylbewerbern in Albanien, die einen wichtigen Baustein für eine nachhaltige Rückkehr von freiwilligen und abgeschobenen Rückkehrern darstellt. Allein im Jahr 2019 lag der Anteil aller bundesweiten Rückkehrer nach Albanien in Nordrhein-Westfalen bei 37 Prozent.“

Dazu treffen die beiden Minister unter anderem in der albanischen Hauptstadt Tirana mit Justizministerin Etilda Gjonaj sowie mit Innenminister Sandër Lleshaj zusammen und tauschen sich über die Justizreform, EU-Beitrittsverhandlungen und Strategien zur Korruptionsbekämpfung aus. Daneben sind Besuche der Minister beim Deutschen Informationszentrum für Migration, Ausbildung und Karriere sowie dem für die albanische Wirtschaft wichtigen Hafen von Durres an der Adriaküste geplant.

Nach der Entscheidung des Europäischen Rates im Oktober 2019, die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Albanien und Nordmazedonien zu verschieben, hatte Minister Holthoff-Pförtner eine Initiative Nordrhein-Westfalens zur Stärkung der Beziehungen zum Balkan gestartet. In direkten Gesprächen mit Regierung, Parlament und Zivilgesellschaft in Albanien, Nordmazedonien, Rumänien, Bulgarien und Kroatien unterstrich der Minister das Interesse Nordrhein-Westfalens an einem politisch, rechtsstaatlich und wirtschaftlich stabilen Südosteuropa und die Unterstützung zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Nordmazedonien und Albanien.

Im Herbst 2019 wurde Albanien von heftigen Erdbeben erschüttert, öffentliche und private Infrastruktur zerstört. Die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen hat die unmittelbare Soforthilfe bereits mit 32.000 Euro für humanitäre Maßnahmen unterstützt. Am 17. Februar organisierte die EU-Kommission eine internationale Geberkonferenz, bei der unter anderem Kommission, Europäische Zentralbank und die 27 EU-Staaten Hilfen für den Wiederaufbau zugesagt haben.

Albanien grenzt an Griechenland, Nordmazedonien, Kosovo und Montenegro. Seit 2009 ist die Republik NATO-Mitglied, seit 2014 Beitrittskandidat der Europäischen Union. In Deutschland leben rund 66.000 albanische Staatsangehörige, davon rund 19.000 in Nordrhein-Westfalen.