Modellprojekt „Kommunale Präventionsketten“

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Gespeichert von admin am 12. April 2017 - 16:22

Modellprojekt „Kommunale Präventionsketten“

Ziel der Landesregierung ist es, das Unterstützungssystem für Kinder, Jugendliche und Familien noch dichter und besser zu knüpfen. Ein Baustein hierzu ist das Modellprojekt „Kommunale Präventionsketten“.

 

Das Modellprojekt „Kommunale Präventionsketten“ zielt darauf ab, allen Kindern gleiche Chancen auf ein gutes Aufwachsen, auf Bildung und auf gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und vom Geldbeutel ihrer Eltern. Es geht darum, die gesamte Entwicklung des Kindes besser in den Blick zu nehmen, um den Familien bestmöglich und frühzeitig helfen zu können. Das fängt bereits in der Schwangerschaft an und geht bis zum Eintritt in das Berufsleben. Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, aber auch Kitas, Familienzentren, Schulen, Sportvereine, Jugendämter, Ärzte und die Polizei sollen dabei systematisch zusammenarbeiten.

Zwischen 2012 und 2016 wurden in 18 Modellkommunen kommunale Präventionsketten aufgebaut. Im Jahr 2017 sind weitere 22 Kommunen an den Start gegangen. Hierunter befinden sich acht kreisfreie Städte: Aachen, Bochum, Bottrop, Herne, Köln, Krefeld, Leverkusen und Mülheim. Daneben beteiligen sich acht Kreise: Kreis Coesfeld, Kreis Euskirchen, Kreis Herford, Kreis Lippe, Kreis Recklinghausen, Rheinisch-Bergischer Kreis, Kreis Siegen-Wittgenstein und Kreis Steinfurt. Darüber hinaus sind sechs kreisangehörige Städte nun Teil des Modellvorhabens: Ahlen, Brühl, Dinslaken, Gummersbach, Monheim und Neuss.

Alle teilnehmenden Kommunen entwickeln einen eigenen Präventionsansatz, der aus drei Teilen besteht:

  1. Einem individuellem Leitbild, das die Ziele der eigenen Präventionsarbeit konkretisiert.
  2. Einer Präventionskette, die die vorhandenen Kräfte und Angebote in den Städten und Gemeinden bündelt, ggf. ergänzt und Angebote der Bereiche Gesundheit, Bildung, Kinder- und Jugendhilfe und Soziales miteinander verknüpft.
  3. Einem sozialräumlichem Monitoring, das die Grundlage eines datenbasierten Handlungskonzepts zur Erreichung strategischer Ziele bildet.

Zentral  ist: Eine einheitliche Lösung für alle Kommunen gibt es nicht. Deswegen gilt es, an die jeweiligen örtlichen und sozialräumlichen Ausgangslagen angepasste Lösungen beim Aufbau von Präventionsketten zu finden. Diese sehen z.B. in hoch verdichteten Stadtquartieren anders aus als in ländlichen Räumen mit geringeren sozialen Belastungslagen. Den einen „Masterplan“ gibt es nicht.

Außerdem arbeiten die Städte und Gemeinden gemeinsam mit den anderen teilnehmenden Kommunen in einem Netzwerk zusammen. Hier tauschen sie sich über gelingende Ansätze in der Prävention aus. Fachlich beraten werden sie durch das Institut für soziale Arbeit e.V.. Auch die Bertelsmann Stiftung ist bei der kommunalen Vorbeugung aktiv und stellt den Kommunen ihr Forschungswissen zur Verfügung.

Das Modellvorhaben wird in allen Projektkommunen zunächst bis Ende 2018 fortgeführt. Die kommenden Monate werden dazu genutzt, die präventive Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien in Nordrhein Westfalen zu evaluieren, um auf dieser Grundlage Prävention in Nordrhein Westfalen flächendeckend und nachhaltig gut aufzustellen.

Weitere Informationen gibt es auf der Website des Modellprojekts "Kommunale Präventionsketten".

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