Kommunale Präventionsketten

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Gespeichert von admin am 12. April 2017 - 16:22

Aufruf „kinderstark – NRW schafft Chancen“

Das Programm „kinderstark – NRW schafft Chancen“ zielt darauf ab, allen Kindern gleiche Chancen auf ein gutes Aufwachsen, auf Bildung und auf gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Dafür sind landesweit lokale Netzwerke und Angebote wichtig, die frühzeitig Prävention und passgenaue Unterstützung leisten. Die Landesregierung unterstützt die Kommunen dabei in diesem Jahr mit rund 14,3 Millionen Euro.

 

Das Programm „kinderstark“ ist eine auf Dauer angelegte Neuausrichtung der Präventionspolitik des Landes und gibt den Kommunen neue Handlungsspielräume zum Aufbau von Präventionsketten.
 
Gefördert werden vorrangig strukturbildende Maßnahmen zur Stärkung kommunaler Vernetzung und Koordinierung in Hinblick auf die fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit und Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien. Hierzu soll aufbauend auf den Frühen Hilfen eine ämter- und dezernatsübergreifende Netzwerkkoordinierung für Kinder ab vier Jahre bis zum Übergangssystem Schule – Beruf/Studium eingerichtet werden. Aufgabe ist die Bündelung vorhandener Akteure und die Optimierung der örtlichen Angebote besonders aus den Bereichen Gesundheit, Bildung, Kinder- und Jugendhilfe, Stadtentwicklung und Soziales.
 
Darüber hinaus werden Maßnahmen an Regelinstitutionen in benachteiligten Quartieren gefördert, die die Entwicklungs- und Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen verbessern sollen:

  • Mit Familiengrundschulzentren sollen Unterstützungsstrukturen für Familien mit Kindern aufgebaut werden, die offene Ganztagsgrundschulen besuchen. Ziel ist es, Eltern als kompetente Bildungspartner ihrer Kinder zu stärken und in gemeinsamer Verantwortung von Eltern und Schule den Grundschulkindern eine chancengerechte Bildungsbeteiligung zu ermöglichen.
  • Lotsendienste in Geburtskliniken sind ein aufsuchendes Angebot zur Einschätzung von Bedarfen und Vermittlung von Familien zu geeigneten Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangeboten für die Zeit nach der Geburt.
  • Durch Lotsendienste in Kinder- und Jugendarztpraxen oder gynäkologischen Arztpraxen und die Zusammenarbeit von Gesundheits- und Jugendhilfe soll eine frühzeitige Erkennung von familiären Belastungen und eine Überleitung in geeignete Unterstützungsangebote unterstützt werden.
  • Kommunale Familienbüros sind Einrichtungen, die Familien als niedrigschwellige Service- und Lotsenstelle zur Verfügung stehen und zu einer verbesserten Informationslage für Familien beitragen. Gefördert werden insbesondere Erst-, Ergänzungs- und Ersatzbeschaffungsmaßnahmen, kleine bauliche Maßnahmen sowie die konzeptionelle Weiterentwicklung der Familienbüros.
  • Der Ausbau aufsuchender Angebote angebunden an Regeleinrichtungen dient dazu, Familien in belastenden Lebenssituationen wie Armut, Neuzuwanderung sowie mit Kindern mit chronischen Erkrankungen, Behinderung oder psychisch erkranktem Elternteil besser zu unterstützen.

Kommunen in Nordrhein-Westfalen können ab sofort Fördermittel bei den Landesjugendämtern beantragen. Antragsberechtigt sind die jeweiligen kommunalen Jugendämter. Die Mittel können von den kommunalen Jugendämtern an Dritte weitergeleitet werden z.B. an Freie Träger.
 
Weitere Informationen und die Antragsformulare finden Sie rechts unter „Downloads“.
 

Kommunale Präventionsketten

Ziel der Landesregierung ist es, das Unterstützungssystem für Kinder, Jugendliche und Familien noch dichter und besser zu knüpfen. Ein Baustein hierzu ist das Modellprojekt „Kommunale Präventionsketten“.

Das Modellprojekt „Kommunale Präventionsketten“ zielt darauf ab, allen Kindern gleiche Chancen auf ein gutes Aufwachsen, auf Bildung und auf gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und vom Geldbeutel ihrer Eltern. Es geht darum, die gesamte Entwicklung des Kindes besser in den Blick zu nehmen, um den Familien bestmöglich und frühzeitig helfen zu können. Das fängt bereits in der Schwangerschaft an und geht bis zum Eintritt in das Berufsleben. Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, aber auch Kitas, Familienzentren, Schulen, Sportvereine, Jugendämter, Ärzte und die Polizei sollen dabei systematisch zusammenarbeiten.

Zwischen 2012 und 2016 wurden in 18 Modellkommunen kommunale Präventionsketten aufgebaut. Im Jahr 2017 sind weitere 22 Kommunen an den Start gegangen. Hierunter befinden sich acht kreisfreie Städte: Aachen, Bochum, Bottrop, Herne, Köln, Krefeld, Leverkusen und Mülheim. Daneben beteiligen sich acht Kreise: Kreis Coesfeld, Kreis Euskirchen, Kreis Herford, Kreis Lippe, Kreis Recklinghausen, Rheinisch-Bergischer Kreis, Kreis Siegen-Wittgenstein und Kreis Steinfurt. Darüber hinaus sind sechs kreisangehörige Städte nun Teil des Modellvorhabens: Ahlen, Brühl, Dinslaken, Gummersbach, Monheim und Neuss.

Alle teilnehmenden Kommunen entwickeln einen eigenen Präventionsansatz, der aus drei Teilen besteht:

  1. Einem individuellem Leitbild, das die Ziele der eigenen Präventionsarbeit konkretisiert.
  2. Einer Präventionskette, die die vorhandenen Kräfte und Angebote in den Städten und Gemeinden bündelt, ggf. ergänzt und Angebote der Bereiche Gesundheit, Bildung, Kinder- und Jugendhilfe und Soziales miteinander verknüpft.
  3. Einem sozialräumlichem Monitoring, das die Grundlage eines datenbasierten Handlungskonzepts zur Erreichung strategischer Ziele bildet.

Zentral  ist: Eine einheitliche Lösung für alle Kommunen gibt es nicht. Deswegen gilt es, an die jeweiligen örtlichen und sozialräumlichen Ausgangslagen angepasste Lösungen beim Aufbau von Präventionsketten zu finden. Diese sehen z.B. in hoch verdichteten Stadtquartieren anders aus als in ländlichen Räumen mit geringeren sozialen Belastungslagen. Den einen „Masterplan“ gibt es nicht.

Außerdem arbeiten die Städte und Gemeinden gemeinsam mit den anderen teilnehmenden Kommunen in einem Netzwerk zusammen. Hier tauschen sie sich über gelingende Ansätze in der Prävention aus. Fachlich beraten werden sie durch das Institut für soziale Arbeit e.V.. Auch die Bertelsmann Stiftung ist bei der kommunalen Vorbeugung aktiv und stellt den Kommunen ihr Forschungswissen zur Verfügung.

Das Modellvorhaben wird in allen Projektkommunen zunächst fortgesetzt. Auf Grundlage einer Evaluation wird derzeit ein Konzept erarbeitet, um Prävention in Nordrhein-Westfalen flächendeckend und nachhaltig gut aufzustellen.

Weitere Informationen gibt es auf der Website des Modellprojekts "Kommunale Präventionsketten".

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