Minister Hinterg. Braun
01.04.2022

Minister Stamp stellt den 11. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung im Landtag vor

Der stellvertretende Ministerpräsident sowie Kinder- und Jugendminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Joachim Stamp, hat den 11. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung im Landtag vorgestellt. Der mehr als 250 Seiten umfassende Bericht dokumentiert die Schwerpunkte der Kinder- und Jugendpolitik in der 17. Wahlperiode.

Joachim Stamp: „Wir machen Nordrhein-Westfalen zum Chancenland und sind dabei mit großen Schritten vorangekommen. Die KiBiz-Reform, die Maßnahmen zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch und die Auf-stockung und Dynamisierung des Kinder- und Jugendförderplans sind zentrale politische Meilensteine der Landesregierung.“

Mit der Reform des Kinderbildungsgesetzes investiert Nordrhein-Westfalen seit dem Kita-Jahr 2020/2021 jährlich zusätzlich rund 1,3 Milliarden Euro an Landes-, kommunalen und Bundesmitteln in die Kindertagesbetreuung. Dies war eine der zentralen und umfangreichsten Schwerpunkte der Landesregierung in der aktuellen Legislaturperiode. Damit hat die Landesregierung sowohl die strukturelle Unterfinanzierung beendet  als auch die Qualität in der Kindertagesbetreuung durch bessere Rahmenbedingungen erhöht. Zusätzlich wurden die Familien direkt durch ein weiteres beitragsfreies Jahr entlastet. 

Vor dem Hintergrund der schweren Straftaten gegen Kinder in Lügde, Bergisch-Gladbach und Münster, ist die Bekämpfung und Prävention sexualisierter Gewalt zu einem Schwerpunkt der Regierungsarbeit geworden. Mit dem von der Landesregierung vorgelegten Handlungs- und Maßnahmenkonzept gegen sexualisierte Gewalt wurde ein erster wichtiger Schritt getan. Mit dem nun zur Verabschiedung im Landtag anstehenden Landeskinderschutzgesetz folgt ein weiterer wichtiger Schritt zum besseren Schutz von Kindern. Das Land Nordrhein-Westfalen wird im Rahmen dieses Gesetzes Mittel in Höhe von rund 224 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre bereitstellen. Dieser wichtige Einstieg verankert Kinderschutz landesrechtlich und soll über einen längeren Zeitraum kontinuierlich weiterentwickelt werden. Die Mittel für die spezialisierte Beratung bei sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen wurde auf jährlich 8,7 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Damit konnte die spezialisierte Beratung flächendeckend ausgebaut und qualitativ verbessert werden.

Die Landesregierung hat zudem die Mittel des Kinder- und Jugendförderplans bereits zu Beginn der Legislaturperiode erhöht und dynamisiert. Im Jahr 2022 stehen rund 132 Millionen Euro zur Verfügung. Dadurch wurden die Strukturen der Kinder- und Jugendförderung in Nordrhein-Westfalen gestärkt und die Mittelansätze aufgestockt, entbürokratisiert und dynamisiert. Darüber hinaus unterstützt die Landesregierung die Jugendämter im Land im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Aufholen nach Corona“ und hat dafür Sorge getragen, dass Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe Billigkeitsleistungen aus dem NRW-Rettungsschirm erhalten konnten.

Seit 1969 beschäftigen sich die Kinder- und Jugendberichte in Nordrhein-Westfalen aber nicht nur mit dem, was die Landesregierung tut, sondern auch mit den Lebenswelten junger Menschen. Der Lebensweltbezug bekommt im 11. Kinder- und Jugendbericht eine ganz neue Qualität. Erstmals wurden im Auftrag der Landesregierung vom Deutschen Jugendinstitut Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Eltern aus 2.400 Haushalten mittels einer repräsentativen Umfrage über ihre Alltagswelten befragt.

Kinder- und Jugendstaatssekretär Andreas Bothe: „Die Landesregierung hat sich bewusst dafür entschieden, sich dieser unabhängigen wissenschaftlichen Betrachtung zu stellen. Die Daten zeigen, wie wichtig Kinder- und Jugendförderung ist. Dreiviertel der Befragten haben Erfahrungen mit der Kinder- und Jugendarbeit der Sportvereine, ein Drittel hat an kulturellen Angeboten und ein Fünftel an Angeboten der Offenen Kinder- und Jugendarbeit teilgenommen. Dies bestätigt uns in unserer Arbeit, die Kinder- und Jugendförderung nachhaltig und langfristig zu verbessern.“

Der 11. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung kann hier nachgelesen werden.