Integrationsstaatsekretärin Serap Güler: „Meine Heimat ist Deutschland“

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Gespeichert von Sabrina Bersheim am 26. Juli 2017 - 12:44
26. Juli 2017

Integrationsstaatsekretärin Serap Güler: „Meine Heimat ist Deutschland“

In einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung fordert Serap Güler ein Bekenntnis zu Deutschland von Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Dies sei keineswegs Verrat, Selbstaufgabe oder ein Anbiedern, sondern ein „Endlich-Ankommen“.

 

Wer dieses Land stets nur als Arbeitsplatz und Sozialparadies sehe, werde nur schwer an- und selbst vorankommen, so Güler in der FAZ vom 24. Juli 2017. Das Bekenntnis zu Deutschland dürfe aber keine Einbahnstraße sein, die das Gefühl erzeuge, Leistung und Dazugehören-Wollen werde nicht akzeptiert. Nichtakzeptanz führe häufig zu der Trotzreaktion, erst gar nicht dazu gehören zu wollen. Das sei hinderlich für das Ankommen der betroffenen Personen, aber auch für den Frieden in der Gesellschaft.

Die Staatssekretärin verweist in ihrem Gastbeitrag auf eine aktuelle Studie zur Ungleichbehandlung von Kindern aus Migrantenfamilien. Sie bekämen bei gleicher Leistung seltener eine Empfehlung für das Gymnasium. Gerade junge Menschen dürften nicht nicht den Eindruck bekommen, Leistung lohne sich nicht: „Für ein Land wie unseres ist das Entstehen solch eines Gefühls fatal“, schreibt Güler.

Die Staatssekretärin spricht sich klar gegen die Auftritte türkischer Politiker in Deutschland aus und problematisiert die Haltung des Publikums bei den Auftritten. Stolz auf die Heimat der Eltern oder Großeltern zu sein solle niemandem zum Vorwurf gemacht werden und die Verbundenheit zu einem Land dürfe nicht nur politisch bewertet werden: „Besorgniserregend ist nicht das Schwenken von Fahnen, sondern die fehlende Identifikation mit Deutschland.“

Ihre Heimat sei Deutschland, so Güler. Das Türkische sei zwar Teil ihrer Identität, aber sie sei eben nicht in der Türkei geboren. Auf die Frage, woher sie komme, antworte sie mit „Köln“. Doch das sorge regelmäßig für Irritationen beim Gegenüber. Eine solche Antwort zu akzeptieren und weder in Frage zu stellen noch als Verschleierungstaktik zu interpretieren sei das Gebot der Stunde, wenn Bekenntnisse gefordert würden, so Güler.
   
Der Gastbeitrag ist in der Print-Ausgabe der FAZ vom 24. Juli 2017 erschienen. Er kann hier abgerufen werden.

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