Frühe Hilfen

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Gespeichert von chefredakteur am 6. November 2014 - 16:29
Mutter mit zwei Kindern bei einem Beratungsgespräch

Frühe Hilfen für werdende Eltern und Eltern mit Kleinkindern

Landeskoordinierungsstelle begleitet und koordiniert die Bundesinitiative Netzwerke "Frühe Hilfen" in NRW

Die ersten Lebensjahre sind von herausragender Bedeutung für die gesamte weitere Entwicklung eines Kindes. In dieser Phase leisten Frühe Hilfen einen wichtigen Beitrag.

 

 Sie umfassen verschiedenste Beratungs-, Unterstützungs- und Lotsenangebote für werdende Eltern und Familien mit Kleinkindern bis zum Alter von drei Jahren (z.B. Willkommensbesuche für Neugeborene, Gesundheitsorientierte Familienbegleitung durch Familienhebammen und Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen, Familienpatenprojekte mit Ehrenamtlichen, Lotsendienste in Geburtsklinken, Elternkompetenzkurse mit Eltern mit besonderen Interessen und Bedürfnissen, Elterncafés, Familienbüros etc.) und stellen eine noch relativ neue Unterstützungsform und -qualität dar, die in vielen Bundesländern in den 2000er Jahren modellhaft erprobt wurden.

2012 wurden die Frühen Hilfen im § 1 des Gesetzes zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG) als „möglichst frühzeitige, koordinierte und multiprofessionelle Angebote im Hinblick auf die Entwicklung von Kindern vor allem in den ersten Lebensjahren für Mütter und Väter sowie schwangere Frauen und werdende Väter“ rechtlich verankert (§ 1 Absatz 4 KKG).

Ihr bundesweiter Aus- und Aufbau wurde im § 3 Absatz 4 KKG rechtlich geregelt sowie im Rahmen der Bundesinitiative Frühe Hilfen finanziell unterstützt und koordiniert. Seit 2018 werden die Frühen Hilfen dauerhaft aus den Mitteln der Bundesstiftung Frühe Hilfen gefördert. Der Bund sichert somit, aufbauend auf den Ergebnissen der zuvor durchgeführten Bundesinitiative Frühe Hilfen, bundesweit und nachhaltig vergleichbare und qualitätsgesicherte Unterstützungs- und Netzwerkstrukturen im Bereich der Frühen Hilfen.

In 186 Kommunen mit eigenem Jugendamt existieren durch den Ausbau der Frühen Hilfen bereits kommunale Ansprechpartner (Netzwerkkoordinierende Frühe Hilfen) und ein Netzwerk Frühe Hilfen. Die Frühen Hilfen stellen den ersten Baustein in der Kommunalen Präventionskette zur frühzeitigen Unterstützung von Familien mit Kindern dar. Solche Präventionsketten, die sich an der Lebensbiografie von Kindern ausrichten, werden derzeit im Rahmen des Landesmodellvorhabens „Kommunale Präventionsketten“ in 40 Kommunen systematisch erprobt.
 

Landeskoordinierungsstelle Frühe Hilfen NRW

Zur fachlichen und förderrechtlichen Begleitung des Ausbaus der Frühen Hilfen in Nordrhein-Westfalen ist im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration die Landeskoordinierungsstelle Frühe Hilfen NRW eingerichtet worden.

Wesentliche Aufgaben der Landeskoordinierungsstelle Frühe Hilfen NRW sind:

  • Landesweite Qualitätssicherung und -entwicklung in den Frühen Hilfe
  • Fachliche Beratung und Begleitung der Kommunen
  • Abwicklung des Förderverfahrens in Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung Frühe Hilfen
  • Mittelnachweis und Berichtswesen auf Landes- und Bundesebene
  • Koordinierung der Zusammenarbeit im Bereich der Frühen Hilfen auf Landesebene und die Sicherung des landesweiten und länderübergreifenden Austausches
  • Unterstützung der Evaluation des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH)
  • Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der Bundesstiftung Frühe Hilfen

Die fachliche Begleitung der Kommunen wird durch die Fachberatungen Frühe Hilfen bei den Landesjugendämtern NRW unterstützt.

Landesjugendamt Westfalen-Lippe:
Dr. Silke Karsunky, Landschaftsverband Westfalen-Lippe, www.lwl.org
0251-591-3389, Silke.Karsunky@lwl.org

Landesjugendamt Rheinland:
Annette Berger, Landschaftsverband Rheinland, www.lvr.de
0221-809-6268, Annette.Berger@lvr.de

Förderverfahren

I.    Sicherstellung der Netzwerkstrukturen in den Frühen Hilfen
II.    Psychosoziale Unterstützung von Familien durch spezifische Angebote Früher Hilfen
       - Längerfristige Unterstützung durch Gesundheitsorientierte Familienbeglei-tung
       -  Längerfristige Unterstützung durch Freiwilligenarbeit  
       - Angebote und Dienste an den Schnittstellen der unterschiedlichen Sozialleistungssysteme
III.    Erprobung innovativer Maßnahmen

Der Bund hat 2012 bundesweit 30 Mio. Euro und 2013 45 Mio. Euro für die Umset-zung der Bundesinitiative zur Verfügung gestellt. Seit 2014 beträgt die bundesweite jährliche Fördersumme 51 Mio. Euro. Davon erhält NRW jeweils 10,3 Mio. Euro im Jahr. Förderberechtigt sind die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe. Die Verteilung in NRW erfolgt nach dem Anteil der unterdreijährigen Kinder im SGB II-Bezug im jeweiligen Jugendamtsbezirk.
 

Fachtagungen der Landeskoordinierungsstelle Frühe Hilfen NRW

Fachmesse Frühe Hilfen am 28. 10. 2015


Nach drei Jahren Bundesinitiative Frühe Hilfen kamen bei der Fachmesse in Oberhausen landesweit alle Akteure der Frühen Hilfen zusammen. Knapp über 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten die Veranstaltung. 50 kommunale Fachaussteller und 30 Bundes- und Landesaussteller aus den Bereichen Jugendhilfe, Gesundheitswesen, Familienbildung, Schwangerschaftsberatung und Frühförderung präsentierten ihre Aktivitäten und Erfahrungen. Die Fachmesse bot viel Gelegenheit zum Austausch und zur eigenen Vernetzung.

Vortrag von Désirée Frese, Landeskoordinierungsstelle Frühe Hilfen NRW


 

Die Tagungsdokumentationen vergangener Veranstaltungen finden Sie hier:

Jahrestagungen der Netzwerkkoordinierenden Frühe Hilfen

Die Tagungsdokumentation vergangener Jahrestagungen finden Sie hier:

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen als Bundeskoordinierungsstelle

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) begleitet als Bundeskoordinierungsstelle die inhaltlichen Umsetzung und Koordinierung der Bundesinitiative Frühe Hilfen, die modellhafte Erprobung und Evaluation der Praxis in Ländern und Kommunen und unterstützt den länderübergreifenden Austausch über Qualifizierungs- und Qualitätsentwicklungskonzepte sowie die Ausgestaltung und Koordination der Öffentlichkeitsarbeit.


Das NZFH hat wichtige Publikationen für die Ausgestaltung und Professionalisierung der Akteure in den Frühen Hilfen herausgegeben:

Literatur- und Linktipps zum Thema Frühe Hilfen

Im Folgenden finden Sie eine Zusammenstellung nützlicher Titel zum Bundeskinderschutzgesetz/Frühe Hilfen.

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