Familienminister Stamp: „Erzieherinnen und Erzieher brauchen mehr Zeit für die Kinder“

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Gespeichert von Sabrina Bersheim am 9. Oktober 2017 - 15:19
9. Oktober 2017

Familienminister Stamp: „Erzieherinnen und Erzieher brauchen mehr Zeit für die Kinder“

Familienminister Joachim Stamp sprach im Interview mit der Welt am Sonntag (8. Oktober 2017) über das Kita-Träger-Rettungspaket der NRW-Koalition und seinen Vier-Stufen-Plan zur Reform der Kindertagesbetreuung.

 

Das Rettungspaket bildet den ersten Schritt des Vier-Stufen-Plans. 500 Millionen Euro Soforthilfe stellt die Landesregierung den Kitas zur Verfügung, um sie vor dem finanziellen Ruin zu bewahren und die Betreuungsqualität zu erhalten. „Es geht ein großes Aufatmen durchs Land, weil wir mit dem Geld Kitas vor der Schließung retten und sicherstellen, dass sie weiter betrieben und Kinder weiter betreut werden“, sagte Stamp.  

Im zweiten Schritt will der Familienminister eine Finanzierung aufbauen, die Kitas langfristig aus Geldnot befreit. Das Land werde das aber nicht alles allein stemmen können, auch die Kommunen müssten einen fairen Beitrag leisten. „Das wird ein sehr zähes Ringen, aber auch ein wichtiger Durchbruch, wenn wir den Kindergärten finanzielle Planungssicherheit auf Dauer verschaffen“, prognostizierte er.

Die Verbesserung der Betreuungsqualität bildet den dritten Schritt von Stamps Reformplan. Priorität habe die Sprachförderung. Gemeinsam mit den Trägern will der Minister ein Instrument entwickeln, um das Sprachniveau verbindlich zu prüfen. Dabei geht es ihm auch um die Entlastung der Erzieherinnen und Erzieher: „Ich habe knapp zwei Jahre Elternzeit gemacht und erlebt, wie die Erzieherinnen in der Kita meiner Töchter in Dokumentationspflichten regelrecht ertrunken sind. Die Erzieherinnen brauchen mehr Zeit für die Kinder“, stellt er klar. Auch die Verbesserung des Personalschlüssels gehöre zum Reformplan. In der Tendenz wird der Personalschlüssel besser, aber man muss realistisch bleiben, mahnte Stamp. Derzeit werden in vielen Bereichen mehr Betreuer gebraucht, aber auf dem Arbeitsmarkt gibt es zu wenig Personal.

Im vierten Schritt plant der Familienminister, die Öffnungszeiten zu flexibilisieren. Hier gehe es hauptsächlich um eine Ausweitung der Betreuungsrandzeiten morgens und abends. Eine 24-Stunden-Fremdbetreuung ist nicht das Ziel, machte Stamp deutlich. In 24-Stunden-Kitas wird es eine Höchstbetreuungszeit von etwa neun Stunden geben.

Angesprochen auf finanzielle Unterstützung von Seiten des Bundes unterstrich der Minister: „Wir als Land müssen selbst alles tun, was in unserer Macht liegt.“ Den Bund sieht er aber unter anderem bei der Inklusion von Kindern mit Handicap, bei der Integration der Flüchtlingskinder und der Digitalisierung der Schulen in der Verantwortung. Deshalb müsse das Kooperationsverbot für die Bildungspolitik aus der Verfassung gestrichen werden.

Das gesamte Interview können Sie hier nachlesen.

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