Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag: Ministerin Kampmann und Staatssekretär Neuendorf im Dialog

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31. März 2017

Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag: Ministerin Kampmann und Staatssekretär Neuendorf im Dialog

Vom 28.- 30. März 2017 fand der 16. DJHT in Düsseldorf statt. Am dritten Tag nahm Ministerin Christina Kampmann an der Abschlussveranstaltung zum Thema Inklusion in der Kinder- und Jugendhilfe teil. Staatssekretär Bernd Neuendorf sprach in einer Veranstaltung über einmischende Jugendpolitik.

 

Die Diskussion zum Thema "Perspektive Jugend: Potential und Herausforderungen auf dem Weg zu einer eigenständigen, einmischenden Jugendpolitik" mit Staatssekretär Neuendorf leitete Prof. Richard Münchmeier (em.) ein, der unter anderem an den Shell Jugendstudien 1997 und 2000 beteiligt war. Die "Jugend von heute" sei, anders als häufig angenommen, viel politischer als ihre Eltern. Das müsse die Politik als Chance nutzen. Sie solle sich frei machen von der Angst, Jugendliche einzubinden und ihnen mehr zutrauen. Niedrigschwellig, also bereits im Gemeinderat oder in der Schule, sollte Jugendbeteiligung möglich gemacht werden. Zudem seien politische Entscheidungen auf Jugendverträglichkeit hin zu überprüfen, zum Beispiel mit einem Jugendbeauftragten an allen wichtigen politischen Stellen.


Sarah Primus, Vorsitzende des Landesjugendrings NRW, machte deutlich, dass eine wirksame einmischende Jugendpolitik auf zwei Säulen ruhen müsse: Zum einen auf genügend Möglichkeiten und Freiräumen für Jugendliche, sich neben Schule oder Ausbildung zu engagieren und zum anderen auf einer Einbeziehung der Jugendlichen bei politischen Entscheidungen gerade auf kommunaler Ebene.


Kinder- und Jugendstaatssekretär Bernd Neuendorf berichtete über das Engagement der Landesregierung NRW und des Ministeriums für die einmischende Jugendpolitik. So sei mit der Jugendkonferenz #JUKON12 ein landesweiter Diskussionsprozess junger Menschen mit Politik, Wissenschaft und Gesellschaft über eine eigenständige Jugendpolitik gestartet und seitdem unterstützt worden. Parallel sei ein Prozess der Beteiligung junger Menschen im Landtag erfolgt. Als Ergebnis haben die jugendpolitischen Sprecher aller im Landtag vertretenen Fraktionen mit Landesjugendring, Kinder- und Jugendrat NRW und Landesschülerinnenvertretung NRW im November 2016 eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, das Thema auch in der nächsten Legislaturperiode weiterzuverfolgen. Mit der "Servicestelle Jugendbeteiligung NRW" wurde zudem eine Beratung für junge Menschen und Fachkräfte installiert, die die Befähigung zur Beteiligung unterstützt.


Ministerin Kampmann sprach bei der Abschlussveranstaltung des Kinder- und Jugendhilfetages "Kinder- und Jugendhilfe – auf dem Weg zur inklusiven Lösung?" über die Angebote und Strukturen der Kinder- und Jugendpolitik in NRW. Diese seien grundsätzlich inklusiv, denn sie stünden allen Kindern und Jugendlichen offen. Seit 2011 sei Inklusion zudem ein wichtiges Ziel und Schwerpunkt des Kinder- und Jugendförderplans, für den eine eigene Förderposition geschaffen und mit einer Million Euro jährlich ausgestattet worden sei.


Zusätzlich habe das Kinder- und Jugendministerium drei Modellprojekte angestoßen, um Inklusion in den Strukturen und den Arbeitsweisen der Träger freier und öffentlicher Jugendhilfe zu verankern. "Eine wichtige Erkenntnis der Modellprojekte lässt sich dabei fast universell auf Kinder- und Jugendarbeit und Inklusion anwenden: Nämlich, dass wir uns von Hürden in der Umsetzung nicht abschrecken lassen dürfen, sondern den Anfang wagen und Inklusion sich entwickeln lassen müssen", sagte Kampmann.


Der Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag ist Europas größter Fachkongress mit integrierter Fachmesse für die Kinder- und Jugendhilfe. 2017 stand er unter dem Motto "22 MIO. JUNGE CHANCEN – gemeinsam. gesellschaft. gerecht. gestalten". Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport präsentierte sich dort unter dem Leitspruch "JUNGE CHANCEN NRW – bunt. engagiert. zukunftsorientiert". Mehr als 40 öffentliche und freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe in NRW beteiligten sich an dem Gemeinschaftsstand des Landes in der Messe Düsseldorf.


Weitere Informationen zur Einmischenden Jugendpolitik finden Sie hier.

Hier gibt es mehr zum Kinder- und Jugendförderplan.

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