Abschlussbericht der Enquetekommission "Zukunft der Familienpolitik in Nordrhein-Westfalen"

Bild des Benutzers Henning Severin
Gespeichert von Henning Severin am 26. Januar 2017 - 14:31
Video
25. Januar 2017

Abschlussbericht der Enquetekommission "Zukunft der Familienpolitik in Nordrhein-Westfalen"

Am 25. Januar wurde der Abschlussbericht der Enquetekommission des Landtags „Zukunft der Familienpolitik in Nordrhein-Westfalen“ in Düsseldorf vorgestellt. Darin enthalten sind 170 Handlungsempfehlungen an Bund, Land, Kommunen, Arbeitgeber und zahlreiche weitere Akteure, die die unterschiedlichen Lebenssituationen von Familien in Nordrhein-Westfalen verbessern sollen.

 

Familienministerin Christina Kampmann begrüßte die Empfehlungen: "Die Ergebnisse des Abschlussberichts der Enquete-Kommission können sich wirklich sehen lassen. Die Enquete hat sehr gelungen, erfolgreich und konstruktiv gearbeitet." Die Enquetekommission wurde auf Antrag der SPD-Fraktion 2015 einstimmig eingesetzt. Zwei Jahre wurde in dem Gremium parteiübergreifend beraten.
 
Der Bericht sei, so Familienministerin Kampmann, eine gute Grundlage für die weitere Arbeit. Ganz vieles, was sich in dem Abschlussbericht wiederfinde, zeige auch der Familienbericht. Es gehe darum, zu schauen, wo bei Familien der Schuh am meisten drücke und wie die Politik darauf reagieren solle. "Sowohl der Abschlussbericht als auch der Familienbericht haben gezeigt, dass die Themen 'Zeit' und 'Arbeitszeit' die Punkte seien, wo politische Maßnahmen notwendig sind."
 
Deshalb habe sich die Landesregierung schon im vergangen Jahr auf den Weg gemacht, um an diesen Themen zu arbeiten. Ein Beispiel sei der Familiengipfel, an dem auch Gewerkschaften, Wirtschafts- und Elternverbände aber auch die Kirchen teilgenommen hätten. Gemeinsam habe man sich auf konkrete Maßnahmen für mehr Vereinbarkeit geeinigt.
 
Ministerin Kampmann warb für einen weiteren Ausbau der Kindertagesbetreuung. "Daran müssen wir weiter arbeiten, weil er für das Thema 'Vereinbarkeit' ganz entscheidend ist. Wir haben aber auch gesagt, wir möchten die Unternehmen stärker in die Pflicht nehmen, wenn es darum geht, familienfreundliche Arbeitszeitmodelle anzubieten. Auch hier hat der Abschlussbericht ganz konkrete Punkte aufgezeigt."
 
Die Digitalisierung könne viel zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen. "Mobiles Arbeiten und Homeoffice spielen in dem Abschlussbericht eine entscheidende Rolle. Ich freue mich, dass sie eine Bitte an den Bund geäußert haben, das Recht auf Homeoffice zu prüfen. Ich glaube, das kann eine gute Chance sein, um dort eine größere Dynamik reinzubringen."
 
Ein weiteres Zukunftsthema sei eine väterfreundliche Familienpolitik. Durch die im vergangenen Jahr gestartete Väterkampagne habe man Rückmeldungen von zahlreichen Vätern aus Nordrhein-Westfalen bekommen. "Das ist ein Thema, das Vätern auf den Nägeln brennt." Viele Väter hätten oft noch mit beruflichen Nachteilen zu rechnen, wenn sie ihr Recht auf Elternzeit einforderten. "Deshalb sind wir gut beraten, Väter in diesem Recht weiter zu stärken, sie zu ermutigen und ihnen auch die entsprechende Unterstützung zukommen zu lassen."
 
Familienministerin Kampmann lobte in ihrer Rede, dass der Abschlussbericht der Enquetekommission auch die Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche in den Blick nimmt. Mit dem geplanten neuen Kita-Gesetz solle Ungleiches ungleich behandelt werden. Sie wies in diesem Zusammenhang auf die Sprachförderung für Kinder hin. "Sprache ist immer noch der Schlüssel für eine gelungene Bildungsbiographie. Das gilt nicht nur für Flüchtlingskinder, sondern auch für alle anderen." Hierbei spiele auch die Ausweitung der Landesinitiative "Kein Kind zurücklassen! Für ganz Nordrhein-Westfalen" eine wichtige Rolle. "Wir möchten 'Kein Kind zurücklassen!' ins ganze Land tragen. Deshalb freue ich mich, dass sich 22 weitere Kommunen am Programm beteiligen."
 
Den Abschlussbericht der Enquetekommission gibt es hier als Download. Weitere Informationen zur Arbeit der Enquetekommission finden Sie hier.
 

Pressemitteilungen

zum Thema

Weitere Informationen

zum Thema